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Tugenden - Asanas

Aufrichtigkeit – Asanas


Als Claudia (claudia.pusch) mich fragte, welche Yogaposen für mich Aufrichtigkeit ausdrücken, ist die Berghaltung die Wichtigste. Durch sie sind wir stabil mit der Erde verbunden und aufrecht und offen, so dass der Geist beweglich bleibt. Sie ist die Grundhaltung der Stehpositionen und ich richte mich im Alltag auch immer wieder nach ihr aus.


Die Berghaltung Tadasana (auch Samasthiti, Sama=aufrecht,…,, sthiti=Standhaftigkeit,..,)

Steht mit den Füssen hüftweit und parallel, das Gewicht gleichmässig auf dem Vorfuss und den Fersen verteilt. Schliess mal die Augen und spüre hinein, wie Du das Gewicht verteilt hast. Dann stell Dir vor, Du schlüpfst in einen etwas zu kleinen Schuh und aktiviere so Dein Fussgewölbe. Spürst Du, was passiert?

In der klassischen Haltung sind die Beine durchgestreckt. Ich empfehle, zu Beginn die Knie leicht zu beugen, falls Du sehr flexibel bist, das verleiht mehr Stabilität. Lass Dein Sitzbein leicht sinken, gleichzeitig hebt sich das Schambein. Nun aktivierst Du Deine innere Mitte und ziehst den Bauch leicht nach innen und oben, ganz sanft, dass Du noch gut und tief atmen kannst. Spürst Du, wie sich dadurch Dein Brustbein hebt und sich die Brust öffnet?

Nimm die Arme über die Seite nach oben und stell Dir vor, wie Du Früchte pflückst. Spürst Du, wie Du aus dem seitlichen Brustkorb Länge kreierst? Behalte diese Länge wenn Du die Arme wieder sinken lässt. Deine Schlüsselbeine lächeln und die Schultern sinken, so das die Schulterblätter Deinen oberen Rücken wie unterstützende Hände halten.

Richte den Scheitel den Kopfes zur Decke und freue Dich über einen langen entfalteten Nacken. Richte Deinen Blick entspannt nach vorne, strecke die Arme mit den Handflächen nach vorne und aktiviere Deine Finger, atme tief und entspannt und geniesse, Deine aufrechte Haltung im Körper, welche sich gleichermassen auf den Geist auswirkt. Erinnert Euch im Alltag immer wieder daran und schaut, was passiert. Ich lasse das mal offen und freue mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest!

Puh, wer hätte geglaubt, was es alles für eine gute Berghaltung braucht!




Die zweite aufrechte wichtige Haltung ist für mich der Baum - Vrikshasana

Steh in Tadasana, verlagere Dein Gewicht auf den linken Fuss und winkel Dein rechtes Bein nach rechts ab. Stell Deinen rechten Fuss je nach Möglichkeit mit den Zehen nach unten auf die Innenseite des linken Oberschenkels, Unterschenkels oder stelle den rechten Fuss auf dem linken ab. Presse den Oberschenkel aktiv gegen den Fuss und den Fuss gegen den Oberschenkel, dann rutschst Du nicht ab. Behalte das Sitzbein gesunken, aktiviere Deine Mitte, den Oberkörper aufgerichtet mit offener Brust und die innere Oberschenkelrückseite links möchte ein wenig nach hinten.

Fixiere mit entspanntem Blick einen Punkt vor Dir und hebe die Arme über die Seite nach oben. Handflächen zueinander gerichtet, entweder schulterweit oder Handflächen aufeinandergelegt, wenn die Schultern dabei offen bleiben können.

Der Baum aktiviert und stärkt die Beinmuskeln, stabilisiert das Gleichgewicht und Ausgeglichenheit. Tipp: Stell Dir vor es weht Wind, bewege Deine Arme, atme. Wenn Du das Gleichgewicht verlierst, lächele, atme und mach es direkt noch einmal. Nimmt das mit in den Alltag und ich bin gespannt, was sich in Eurem Leben ändert.




Schliesslich der Krieger I Virabhadrasana I

Aus Tadasana stell Dich in die Grätsche, drehe den rechten Fuss 90° nach rechts, den linken Fuss drehe ca. 45°nach rechts ein. Richte die Hüfte ebenfalls nach rechts. Beuge das rechte Bein soweit, dass das Knie über dem Sprunggelenk und der Oberschenkel parallel zum Boden ist. Achte darauf, dass das Knie nicht vor oder hinter dem Sprunggelenk steht und nicht nach innen sinkt (halte Dein Fussgewölbe aktiv). Das linke Bein ist gestreckt. STELL DIR VOR, die Füsse wollten zur Mittellinie ziehen (Spürst Du, was sich ändert?). Richte Deinen Oberkörper auf mit Länge in der Brustwirbelsäule, bleib aktiv in Deiner Mitte (Bauch sanft anspannen) und lehne Dich aus der Brustwirbelsäule ein wenig zurück. Nimm die Arme über die Seite nach oben, entfalte die Hände mit Kraft bis in die Fingerspitzen, um wieder die Schulterblätter am oberen Rücken zu spüren.

Deine Standhaftigkeit und die Flexibilität in Schultern, Rücken und Nacken wird gefördert, Füsse und Knöchel gestärkt und Fettpolster der Hüfte reduziert.


Anmerkung: Die Fotos sind spontan entstanden unter dem Motto "done ist better than perfekt"


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